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Die mannigfaltige Kulturgeschichte der Ulme in Europa reicht
zurück bis in die Antike: Berühmt ist die heilige Ulme von Ephesos
und in der Edda stehen Ulme und Esche für Mann und Frau. Aber auch
ihr wertvolles Holz und ihr Laub waren für Menschen und Wirtschaft
immer von großer Bedeutung.
Es ist paradox: Diese Baumart kämpft heute ums Überleben.
Betrachtet man die Ulmen unserer Umgebung, so bieten die von der Ulmenkrankheit
gezeichneten Bäume ein desolates Bild. Im großen Ausmaß betroffen
sind ganz Europa und Nordamerika. Wo früher prächtige Exemplare
zur Auflockerung und Zierde der Innenstädte beitrugen, fallen heute
ganze Alleen der Krankheit zum Opfer. Die Neupflanzung hochresistenter
Ulmensorten ist bisher die einzige Möglichkeit, den traditionsreichen
Baum wiederkehren zu lassen.
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Folgenschwere Allianz von Pilz und Käfer
Über die Ursache der Ulmenkrankheit herrscht Klarheit. Sie wird durch
den Schlauchpilz Ophiostoma ulmi und seit den 60er Jahren auch durch den aggressiveren
Ophiostoma novo-ulmi ausgelöst. Nicht endgültig rekonstruiert werden
kann die Herkunft dieses in Europa und Amerika eingeschleppten Erregers. Sehr
wahrscheinlich stammt er aus dem ostasiatischen Raum. Dort sind auch einige
Ulmenarten mit beträchtlicher Resistenz zu finden. Für seine schnelle
Verbreitung sind mehrere Arten von Ulmensplintkäfern hauptverantwortlich.
In ihren Fraßgängen unter der Rinde der geschädigten Bäume
kommen die Käfer mit dem Pilz in Berührung: Entweder als ausgeschlüpfte
Larven, die sich durch den Rindenbereich fressen und dort von den
Pilzfäden
infiziert werden oder aber durch Kontakte mit den Sporen, die das
Muttertier ins Gängesystem mit eingebracht hat.
Im Frühjahr verlassen
die Jungkäfer
den Baum. Sie suchen die Kronen gesunder Bäume und ernähren sich
dort von der saftigen Rinde der Zweigachseln. Die am Käfer klebenden
Sporen dringen in das wasserführende System ein – der Baum ist
infiziert.
Die schädigende Wirkung der Infektion besteht für die
Ulme vor allem in der Unterbrechung der Wasserzufuhr. Der Pilz verursacht
eine Verstopfung der Gefäße des Stammes, die Krone trocknet aus.
Besonders kräftige, gesunde Ulmen sind in hohem Maße anfällig.
Relativ häufig verlaufen Infektionen auch über Wurzelverwachsungen
benachbarter Bäume.
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Erfolgreiches Teamwork von Wissenschaft und Praxis
Schon kurz nach der Entdeckung und Beschreibung des Erregers der
Ulmenkrankheit im Jahr 1920 begannen Wissenschaftler, Gegenmittel zu entwickeln
sowie resistente Ulmen zu finden und neue zu züchten.
Viele Wege endeten zunächst unbefriedigend. Die Krankheit ließ sich
nicht direkt mit chemischen Mitteln bekämpfen. Auch die Züchtung
resistenter Ulmen erwies sich als äußerst schwierig. Einmal
enttäuschten Wachstum, Form und Habitus. Ein andermal begann ein
neuer, aggressiver Pilzstamm sein Werk und machte damit die Zuchtarbeit
vieler Jahre zunichte. 1958 übernahm Prof. E. B. Smalley von der
Madison University in Wisconsin/USA die Aufgabe, krankheitsresistente
Ulmen zu züchten.
Er bereiste fast die ganze Welt und sammelte Vermehrungsmaterial von
allen Ulmenarten, die er finden konnte. Für seine Züchtungsarbeit
wählte er asiatische, europäische und amerikanische Arten aus:
Ulmus parvifolia, U. pumila, U. wallichiana, U. japonica, U. laciniata,
U. villosa, U. wilsoniana, U. carpinifolia, U. glabra, U. laevis, U. americana,
U. rubra, U. thomasii, U. alata, U. serotina und U. crassifolia.
Sämlinge und Kreuzungen dieser Ulmen wurden aufgezogen und in der
Zeit des stärksten Saftstroms künstlich infiziert. Dabei wurden
sie auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber einer Vielzahl verschiedener
Herkünfte von Pilz-Stämmen getestet. Schließlich kristallisierten
sich hochresistente, auch für den Anbau in Europa geeignete Sorten
heraus.
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Von Grund auf geprüfte Züchterqualität
Professor Smalley hat seine Zuchtarbeit der WARF Wisconsin Alumni
Research Foundation, Madison, Wisconsin/USA, übereignet. Diese Stiftung
hat die Rechte für Europa an die Eisele GmbH & Co. KG in Darmstadt übertragen.
Anfang der 80er Jahre startete hier, zusammen mit der biologischen Bundesanstalt,
Darmstadt, ein ausgedehntes Testprogramm über das Resistenzverhalten
der Ulmen. Gleichzeitig wurden die Sorten ausgewählt, die sich unter
hiesigen Verhältnissen am besten für die unterschiedlichen Nutzungsrichtungen
eigneten. Für diese, hinsichtlich Krankheitsresistenz, Wuchseigenschaften
und Standorteignung überragenden Ulmen, wurde ein neuer Name geschaffen
und als Marke registriert: RESISTA. Geschützt sind auch die einzelnen
Sorten der Resista®-Ulmen, sie sind in die europäische oder in die deutsche
Sortenliste eingetragen.
Natürliche Resistenz durch und durch
Resista®-Ulmen sind aus ihren weltweiten Verbreitungsgebieten
im Hinblick auf Resistenz und Vitalität speziell selektiert und
gezüchtet worden. Sie überzeugen durch Wuchsform und -schnelligkeit,
Schönheit und Anspruchslosigkeit sowie eine breite Standortamplitude.
Die herausragende Vitalität und Gesundheit erhalten Resista®-Ulmen
durch die aufwändige Anzucht auf eigener Wurzel. Aus diesem Grund
werden Resista®-Ulmen ausschließlich autovegetativ vermehrt. Nützlicher
Nebeneffekt der Vermehrung auf eigener Wurzel: Eine potentielle Bruchstelle
bei etwaiger Unverträglichkeit zwischen den Pfropfpartnern ist
von vornherein ausgeschlossen“
Praxisbewährt seit über 20 Jahren
Resista®-Ulmen bewähren sich seit über 20 Jahren europaweit
in Tausenden von Pflanzungen. Seit Anbeginn werden Resista®-Ulmen
von der Biologischen Bundesanstalt in Darmstadt regelmäßig
unter harten Praxisbedingungen mit den virulentesten Erregern
getestet. Die Ergebnisse bestätigen: Die Sorten `Regal´,
`New Horizon´ und `Rebona´ sind hochresistent gegenüber
den Erregern der holländischen Ulmenkrankheit (Ophiostoma
novo-ulmi).
Seit 2003 wird jeder Jungbaum durch einen implantierten Transponder gesichert.
Damit ist bald jede einzelne Resista®-Ulme eindeutig identifizierbar und
garantiert stets höchste Sicherheit in Bezug auf Sortenechtheit und
Qualität. Resista®-Ulmen werden nur durch ausgewählte Partnerbaumschulen
nach anerkannten Qualitätsstandards herangezogen und vermarktet.
Die Bäume werden bei Lieferung zusätzlich mit Resista®-Sortenetiketten
gekennzeichnet, außerdem wird jeder Lieferung ein Echtheitszertifikat
beigelegt.
Die Ulme ist also wieder da – durch gezielte, langjährige Zuchtarbeit
gerettet. Sogar die heimische Insektenwelt freut sich über die neuen
Ulmen. Der Ulmenblattkäfer hat an den Resista®-Ulmen wieder eine Heimat
gefunden. 1995 entdeckte Forstdirektor Kettering aus Bellheim den selten
gewordenen Käfer an einer Resista®-Ulme. Dieses ist umso bemerkenswerter,
da es bis dahin als sicher galt, dass der Ulmenblattkäfer ausschließlich
an der Feldulme lebt.
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