Folgenschwere Allianz von Pilz und Käfer

Über die Ursache der Ulmenkrankheit herrscht Klarheit. Sie wird durch den Schlauchpilz Ophiostoma ulmi und seit den 60er Jahren auch durch den aggressiveren Ophiostoma novo-ulmi ausgelöst. Nicht endgültig rekonstruiert werden kann die Herkunft dieses in Europa und Amerika eingeschleppten Erregers. Sehr wahrscheinlich stammt er aus dem ostasiatischen Raum.

Dort sind auch einige Ulmenarten mit beträchtlicher Resistenz zu finden. Für seine schnelle Verbreitung sind mehrere Arten von Ulmensplintkäfern hauptverantwortlich.

 In ihren Fraßgängen unter der Rinde der geschädigten Bäume kommen die Käfer mit dem Pilz in Berührung: Entweder als ausgeschlüpfte Larven, die sich durch den Rindenbereich fressen und dort von den Pilzfäden infiziert werden oder aber durch Kontakte mit den Sporen, die das Muttertier ins Gängesystem mit eingebracht hat.



Im Frühjahr verlassen die Jungkäfer den Baum. Sie suchen die Kronen gesunder Bäume und ernähren sich dort von der saftigen Rinde der Zweigachseln. Die am Käfer klebenden Sporen dringen in das wasserführende System ein – der Baum ist infiziert.

Die schädigende Wirkung der Infektion besteht für die Ulme vor allem in der Unterbrechung der Wasserzufuhr. Der Pilz verursacht eine Verstopfung der Gefäße des Stammes, die Krone trocknet aus. Besonders kräftige, gesunde Ulmen sind in hohem Maße anfällig. Relativ häufig verlaufen Infektionen auch über Wurzelverwachsungen benachbarter Bäume.